Gepostet am 11. Oktober 2011 · Gepostet in Übersetzungssoftware

Übersetzer mit Macintosh Betriebssystemen haben es nicht leicht mit CAT-Tools. Das 21. Jahrhundert hat die Übersetzungsprozesse revolutioniert. Es erschienen zahlreiche Anbieter mit sogenannten CAT-Tools (Computer-Assisted Translation, etwa: Computerunterstützte Übersetzung). Diese CAT-Anwendungen erleichtern die Arbeit des Übersetzers insofern, dass:

– während des Übersetzungsprozesses automatisch umfangreiche Terminologie-Datenbanken erstellt werden, auf die der Übersetzer sofort zurückgreifen kann. Dies erleichtert die einheitliche Verwendung von Fachbegriffen und erspart dem Übersetzer enorm viel Zeit bei den Recherchen und somit auch bei der Qualitätssicherung.

– die Anwendungen speichern Quell- und Zieltexte parallel und diese sind während der Bearbeitung zueinander geordnet, sodass die Vollständigkeit und Richtigkeit der Übersetzung jederzeit und an jeder beliebigen Stelle schnellstens überprüft werden kann. (=Qualitätssicherung + Zeitersparnis)

Diese Übersetzungssoftwares mit den obigen Vorteilen haben sich auf dem Markt dermaßen durchgesetzt, dass sie heute, 2011 nicht mehr von der Branche wegzudenken sind. Die Prozesse der Textbearbeitung haben sich an die grafischen Leistungen angepasst und heute ist es kein Problem mehr, Dateien auf XML-Basis (wie z.B. XHTML-Dateien, oder die OpenXML-Dateien des Office-Pakets), zahlreiche grafische Formate (unter anderem die Formate der Adobe-Programmreihe, darunter zur grafischen Textbearbeitung am meisten verbreitet: InDesign) mit diesen CAT-Tools, die praktisch als “Tag-Editors” funktionieren, zu bearbeiten. Manche dieser Softwares bieten sogar Hilfe beim nachträglichen “Layouting” an.

Die Anwendung von CAT Tools darf allerdings nicht mit der maschinellen Übersetzung verwechselt werden. Bei der Anwendung von CAT-Tools wird die Übersetzung “menschlich” erstellt (human made translation).

So weit so gut.

Bis dato, 10/2011 haben aber nur sehr wenige Anbieter von CAT-Tools an die Mac-User gedacht. Auf einen MAC müsste praktisch parallel ein Windows System installiert werden (z.B. via “Boot-Camp Assistent”), damit der gewünschte Übersetzer-Assistent benutzt werden kann. Viele MAC-User sind wohl damit einverstanden, dass diese Lösung einer Blasphemie gleichkommt. Eine andere Möglichkeit wäre, dass man für die aktuelle Übersetzung sein PC wieder einschaltet. Optimale Lösung?

Es gibt zwar kostenlose, Open Source Lösungen, wie OmegaT (hier downloaden), man hört auch, dass vom OpenTMServer, der momentan nur für Windows verfügbar ist, eine Version für Mac erstellt werden soll, jedoch fehlt es an Lösungen “der Großen” für MAC User.

Bis 2012.

Laut der Angaben von einem der großen Anbieter, welcher auch in dieser Wikipedia-Seite gelistet ist, arbeitet dieser Hersteller aus Frankreich schon an einer Lösung für MAC OS X User. Vorangekündigt ist der Launch für das Jahr 2012.

Wir, die (Ungarisch-) Übersetzer sind gespannt!